Panoramablick auf Podgorica mit der Millennium-Brücke über die Morača und den Bergen Montenegros im Hintergrund.
Reiseberichte

Podgorica – Montenegros Hauptstadt zu Fuß entdecken

Nach den beeindruckenden Landschaften Montenegros steht heute ein ganz anderes Ziel auf unserem Reiseplan: Podgorica, die Hauptstadt des Landes.

Mit dem Camper rollen wir in die Stadt und sind zunächst gespannt, was uns erwartet. Podgorica ist schließlich keine klassische montenegrinische Postkartenstadt. Keine mittelalterliche Altstadt wie Kotor, keine spektakuläre Bucht und kein Meer direkt vor der Haustür. Dafür ist Podgorica eine Stadt mit einer interessanten Mischung aus osmanischer Vergangenheit, jugoslawischer Geschichte und moderner montenegrinischer Gegenwart.

Und genau das wollen wir uns anschauen.

Mit dem Camper nach Podgorica

Unser Camper bleibt stehen und wir machen uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt. Das ist für uns die angenehmste Art, eine Stadt kennenzulernen: Fahrzeug abstellen, Schuhe schnüren und einfach loslaufen.

Podgorica liegt in der Zeta-Ebene auf etwa 45 Metern Höhe. Durch die Stadt fließen unter anderem die Morača und die Ribnica. Gerade die Flüsse geben der ansonsten eher modernen und weitläufigen Stadt immer wieder überraschend grüne und ruhige Ecken.

Schon nach wenigen Minuten wird klar: Podgorica ist anders als die touristischen Zentren an der Küste.

Hier geht es deutlich ruhiger zu.

Zu Fuß durch die Innenstadt

Unser Spaziergang führt zunächst durch das Zentrum. Rund um den Unabhängigkeitsplatz und die angrenzenden Straßen zeigt sich das moderne Podgorica.

Breite Straßen, Geschäfte, Cafés und Plätze wechseln sich mit älteren Gebäuden und viel Grün ab. Besonders angenehm finden wir, dass die Stadt nicht permanent den Eindruck vermittelt, für Touristen herausgeputzt worden zu sein.

Podgorica wirkt vielmehr wie eine ganz normale Hauptstadt, in der die Menschen leben, arbeiten, einkaufen und sich in den Cafés treffen.

Und genau das macht den Spaziergang interessant.

Stara Varoš – ein Stück altes Podgorica

Je näher wir zur Ribnica kommen, desto stärker verändert sich das Stadtbild.

Wir erreichen Stara Varoš, die alte Stadt von Podgorica. Hier ist noch etwas von der osmanischen Vergangenheit der Stadt zu erkennen. Enge Gassen, niedrige Häuser und historische Gebäude bilden einen deutlichen Kontrast zum modernen Zentrum.

Unser Blick fällt auf den Sahat Kula, den alten Uhrturm.

Der Uhrturm gehört zu den wenigen historischen Bauwerken Podgoricas, die die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überstanden haben. Er stammt aus der osmanischen Zeit und ist heute eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Wir schlendern weiter durch die kleinen Straßen und lassen die Atmosphäre einfach auf uns wirken.

Hier gefällt uns Podgorica deutlich besser als auf den ersten Blick erwartet.

An der Ribnica entlang

Von Stara Varoš geht es weiter Richtung Ribnica.

Der kleine Fluss wirkt fast wie ein grünes Band, das durch die Stadt führt. Besonders rund um die historische Ribnica-Brücke zeigt sich, wie unterschiedlich die einzelnen Seiten Podgoricas sein können.

Auf der einen Seite moderne Stadt, auf der anderen historische Mauern, Bäume und das Wasser.

Wir bleiben immer wieder stehen, schauen über den Fluss und beobachten das alltägliche Leben.

Kein großes Sightseeingprogramm.

Einfach laufen, schauen und entdecken.

Weiter Richtung Morača

Von der Ribnica geht es schließlich zur deutlich größeren Morača.

Hier öffnet sich der Blick und die Stadt wirkt plötzlich großzügiger. Die Morača ist einer der Flüsse, die Podgorica prägen. Die Uferbereiche laden zum Spazieren ein und bieten einen angenehmen Kontrast zum Verkehr und den Straßen der Innenstadt.

Unser Weg führt uns weiter zur Millennium-Brücke.

Die markante Schrägseilbrücke gehört inzwischen zu den modernen Wahrzeichen Podgoricas und überspannt die Morača.

Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf den Fluss und die Stadt.

Ein bisschen fühlt es sich an wie ein kleiner Hafenrundgang – nur eben ohne Meer und Schiffe.

Stattdessen begleitet uns das Wasser der Morača.

Podgorica überrascht uns

Vor unserer Ankunft waren wir uns nicht sicher, wie viel Zeit wir für Podgorica einplanen sollten.

Nach unserem Spaziergang sehen wir die Stadt etwas anders.

Podgorica ist keine Stadt, die man wegen einer einzigen spektakulären Sehenswürdigkeit besucht. Der Reiz liegt vielmehr im Zusammenspiel aus Geschichte, Flüssen, Parks, Cafés und dem ganz normalen Leben einer Hauptstadt.

Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und anschließend zu großen Teilen neu aufgebaut. Das erklärt auch, warum historische Gebäude und moderne Stadtplanung hier so unmittelbar nebeneinander liegen.

Gerade dieser Gegensatz macht unseren Rundgang interessant.

Zeit für eine Pause

Nach einigen Stunden zu Fuß wird es Zeit für eine Pause.

Wir suchen uns ein Café und lassen die Eindrücke erst einmal sacken. Podgorica ist bekannt für seine ausgeprägte Café-Kultur – und tatsächlich sitzen überall Menschen bei einem Kaffee und unterhalten sich.

Genau dafür ist eine Städtereise mit dem Camper ideal.

Wir müssen keinen festen Zeitplan einhalten.

Wenn uns eine Straße gefällt, gehen wir weiter. Wenn wir müde werden, machen wir Pause. Und wenn es genug ist, geht es zurück zum Camper.

Unser Fazit

Podgorica war für uns keine Liebe auf den ersten Blick.

Aber je länger wir zu Fuß unterwegs waren, desto interessanter wurde die Hauptstadt Montenegros.

Besonders Stara Varoš, der Sahat Kula, die Ribnica und die Morača mit der Millennium-Brücke haben uns gefallen. Wer eine klassische mediterrane Altstadt oder eine spektakuläre Küstenkulisse erwartet, wird hier vermutlich enttäuscht sein.

Wer dagegen eine eher ursprüngliche Hauptstadt kennenlernen möchte, in der Geschichte, moderne Stadt und Natur unmittelbar nebeneinanderliegen, sollte Podgorica durchaus eine Chance geben.

Für uns hat sich der Zwischenstopp jedenfalls gelohnt.

Wir steigen wieder in unseren Camper und fahren weiter – mit neuen Eindrücken von einem Montenegro, das weit mehr zu bieten hat als seine berühmte Adriaküste.

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