Abbazia di Piona – Klosteridylle auf der Halbinsel am Comer See
Der Comer See ist für seine mondänen Orte, prachtvollen Villen und steilen Bergflanken bekannt. Doch abseits der bekannten Uferorte gibt es auch Plätze, an denen es deutlich ruhiger zugeht.
Einer davon ist die Abbazia di Piona.
Die Klosteranlage liegt ganz im Norden des Comer Sees, auf der kleinen Halbinsel Olgiasca bei Colico. Schon die Anfahrt ist etwas Besonderes: Je weiter wir auf die Halbinsel hinausfahren, desto mehr verschwindet der Trubel des Sees hinter uns.
Für uns als Camper ist das Ziel besonders interessant, denn direkt bei der Abtei gibt es einen Parkplatz.
Mit dem Camper zur Abbazia di Piona
Wir fahren mit unserem Camper auf die Halbinsel und folgen der Straße Richtung Abtei. Die letzten Meter führen über eine schmale, teilweise gepflasterte Straße durch die kleine Ortschaft Olgiasca.
Dann öffnet sich der Blick.
Vor uns liegt die Klosteranlage, dahinter der Comer See und die Berge auf der gegenüberliegenden Seeseite.
Wir stellen den Camper auf dem Parkplatz ab und machen uns zu Fuß auf den Weg. Der Parkplatz an der Abtei ist kostenlos.
Schon hier gefällt uns die Lage ausgesprochen gut.
Kein großer Parkplatz mitten in einer Stadt, kein Verkehrslärm – stattdessen Bäume, Grünflächen und immer wieder der Blick auf den See.
Ein Kloster an einem besonderen Ort
Die Abbazia di Piona liegt auf der Spitze der kleinen Halbinsel Olgiasca und gehört zum Gemeindegebiet von Colico.
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Bereits im 7. Jahrhundert soll sich hier eine klösterliche Gemeinschaft befunden haben. Im Kreuzgang erinnert der sogenannte Cippo di Agrippino an diese frühe Geschichte. Die heutige Klosterkirche und der Kreuzgang gehen auf die mittelalterliche Klosteranlage zurück.
Seit 1938 gehört das Priorat den Zisterziensern.
Und genau diese klösterliche Atmosphäre ist es, die uns bei unserem Besuch auffällt.
Hier geht es nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken.
Man wird automatisch etwas langsamer.
Durch den Park des Klosters
Bevor wir uns die Gebäude genauer anschauen, gehen wir zunächst durch den weitläufigen Park.
Hohe Bäume, gepflegte Wege und immer wieder kleine Ausblicke auf den Comer See machen den Spaziergang zu einem eigenen Erlebnis.
Besonders schön finden wir den Weg hinunter in Richtung See.
Zwischen den Bäumen öffnet sich immer wieder der Blick auf das Wasser. Der See liegt ruhig vor uns, während auf der gegenüberliegenden Seite die Berge steil aus dem Wasser aufsteigen.
Es ist einer dieser Orte, an denen man eigentlich gar nicht viel machen muss.
Einfach stehen bleiben.
Schauen.
Und die Aussicht genießen.
Rund um die Klosteranlage gibt es zudem die Grotta della Madonna und weitere Bereiche, die zum Verweilen einladen. Die öffentlich zugänglichen Außenbereiche können zu den angegebenen Besuchszeiten besichtigt werden.
Der Kreuzgang – das Herz der Anlage
Natürlich darf bei einem Besuch der Blick in den Kreuzgang nicht fehlen.
Der Kreuzgang ist für uns einer der schönsten Bereiche der gesamten Anlage.
Die Arkaden, die alten Steine und die ruhige Atmosphäre vermitteln sofort einen Eindruck davon, wie abgeschieden dieser Ort ursprünglich gewesen sein muss.
In der Mitte des Kreuzgangs liegt der Garten. Rundherum befinden sich die ehemaligen und heutigen Klosterräume.
Wir gehen langsam durch die Anlage und lassen die Architektur auf uns wirken.
Dabei ist es vor allem die Kombination aus Kloster und Landschaft, die den besonderen Reiz ausmacht.
Auf der einen Seite die alten Mauern.
Auf der anderen Seite der Comer See.
Und dazwischen viel Grün.
Die Kirche San Nicola
Zur Klosteranlage gehört auch die Kirche San Nicola.
Der schlichte romanische Bau mit seinem markanten Glockenturm fügt sich harmonisch in das Ensemble ein. Die Kirche besitzt ein einschiffiges rechteckiges Langhaus und gehört zusammen mit dem Kreuzgang zu den wichtigsten erhaltenen Teilen der Anlage.
Auch hier wirkt alles angenehm zurückhaltend.
Keine überladene Inszenierung, sondern ein Ort, der noch heute von seinem ursprünglichen Zweck geprägt ist.
Ein Spaziergang mit Seeblick
Nachdem wir die eigentliche Klosteranlage angesehen haben, bleiben wir noch eine Weile draußen.
Der Park lädt geradezu dazu ein, noch ein paar Schritte zu gehen.
Wir folgen den Wegen zwischen den Bäumen und genießen immer wieder den Blick über den Comer See.
Dabei verstehen wir schnell, warum gerade dieser Platz für ein Kloster ausgewählt wurde.
Abgeschieden, ruhig und mit dem Wasser unmittelbar vor der Tür.
Heute ist es natürlich ein beliebtes Ausflugsziel, aber abseits der größeren Besuchergruppen findet man hier noch immer ruhige Ecken.
Unser Camper steht gleich nebenan
Für uns ist die Abbazia di Piona auch deshalb ein schönes Ziel, weil wir mit dem Camper relativ unkompliziert bis zur Anlage fahren können.
Der Parkplatz liegt direkt bei der Abtei und ist kostenlos. Damit lässt sich der Besuch gut mit einem Ausflug nach Colico oder einer weiteren Tour rund um den nördlichen Comer See verbinden.
Wer etwas mehr Zeit hat, kann die Abtei auch zu Fuß von Colico aus erreichen. Der offizielle Wanderweg führt über Olgiasca zur Klosteranlage und bietet unterwegs mehrere schöne Aussichtspunkte auf den See und den Monte Legnone. Für die Wanderung werden rund drei Stunden und etwa 155 Höhenmeter angegeben.
Wir bleiben heute allerdings bei unserem gemütlichen Spaziergang rund um die Abtei.
Unser Fazit
Die Abbazia di Piona ist für uns eines dieser Ziele am Comer See, die man nicht unbedingt auf der ersten Seite eines Reiseführers erwartet.
Gerade deshalb gefällt es uns hier.
Wir kommen mit dem Camper an, stellen das Fahrzeug ab und können direkt in eine völlig andere Welt eintauchen.
Alte Klostermauern, ein wunderschöner Kreuzgang, schattige Wege, gepflegte Gärten und immer wieder der Blick auf den Comer See.
Besonders der Park rund um das Kloster hat es uns angetan.
Hier lässt sich wunderbar eine Pause vom Camper-Alltag einlegen.
Und während wir noch einmal über die Halbinsel zurückgehen, fällt unser Blick wieder auf den See.
Für uns steht fest:
Die Abbazia di Piona ist nicht nur wegen des Klosters einen Besuch wert – vor allem die Lage auf der Halbinsel und der wunderschöne Park machen diesen Ort zu einem besonderen Ziel am Comer See.